Nadelgeflüster - Mai
Der Mai brachte endlich wärmere Temperaturen und damit auch den lang ersehnten Austrieb unserer Christbäume. Überall auf den Flächen zeigen sich nun die frischen, hellgrünen Triebe. Besonders bei den jüngeren Kulturen ist es jedes Jahr aufs Neue faszinierend zu beobachten, wie aus den kleinen Pflanzen langsam stattliche Christbäume werden.
Mit dem Wachstum der Bäume beginnt jedoch auch die Zeit der intensiven Pflegearbeiten. Ein großer Teil unserer Arbeit bestand daher im Mähen der Kulturen. So stellen wir sicher, dass die jungen Bäume genügend Licht, Wasser und Nährstoffe erhalten und nicht von anderen Pflanzen überwachsen werden.
Außerdem haben wir wieder Vogelstäbe in unseren Kulturen angebracht. Sie werden an den Bäumen befestigt und schützen die empfindliche Spitze. Vögel nutzen Baumspitzen gerne als Sitzplatz, wodurch frische Triebe abbrechen können. Fehlt dem Baum seine Spitze, kann dies später zu Formfehlern führen.
Leider zeigte sich der Mai wettertechnisch nicht nur von seiner freundlichen Seite. Nach dem Austriebsbeginn wurden einige unserer Kulturen von Spätfrost und Hagel getroffen. Gerade die frischen, weichen Triebe sind in dieser Entwicklungsphase besonders empfindlich. Während Frost die jungen Austriebe schädigen kann, hinterlässt Hagel oft sichtbare Verletzungen. Wie stark sich die Schäden auf die weitere Entwicklung der Bäume auswirken werden, zeigt sich erst in den kommenden Wochen. Solche Wetterereignisse gehören leider zum Christbaumanbau dazu und erinnern uns jedes Jahr daran, wie stark wir von der Natur abhängig sind.
Auch auf den Flächen, auf denen im vergangenen Jahr Bäume geerntet wurden, ging die Arbeit weiter. Damit dort in Zukunft wieder gesunde Christbäume wachsen können, wurden die Flächen zunächst gekalkt. Anschließend haben wir sie gefräst, gegrubbert und gestriegelt, um den Boden optimal vorzubereiten. Zum Abschluss wurde eine Zwischenfrucht eingesät. Sie schützt den Boden vor Erosion, verbessert die Bodenstruktur und schafft gute Voraussetzungen für die nächste Christbaumgeneration.
Ein besonderes Highlight war unser Ferienprogramm mit 20 Kindern. Dabei konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Blick hinter die Kulissen unserer Christbaumproduktion werfen und viele Arbeiten selbst ausprobieren. Es hat uns große Freude gemacht, den Kindern zu zeigen, wie viel Arbeit und Zeit in einem Christbaum steckt, bevor er viele Jahre später in einem Wohnzimmer steht. Über diesen besonderen Tag werden wir in einem eigenen Beitrag noch ausführlicher berichten.
Mit dem Austrieb beginnt nun eine spannende Zeit auf unseren Flächen. In den kommenden Wochen werden die Bäume kräftig wachsen und wir begleiten ihre Entwicklung mit zahlreichen weiteren Pflegearbeiten. Wir freuen uns darauf, euch auch im nächsten Nadelgeflüster wieder mitzunehmen.